Schöne Musik und harmonische Kompositionen sind ohne zwei Bausteine undenkbar – Klang und Rhythmus. Und während den Klang die Instrumente erzeugen, dient zur Vorgabe des Rhythmus ein präzises Gerät: der Metronom. Er hilft Komponisten und Interpreten, den inneren Puls eines Stücks besser zu spüren und das Tempo gleichmäßig zu halten. Die Geschichte dieses unentbehrlichen Helfers reicht fast fünf Jahrhunderte zurück.
Als Urvater des Metronoms gilt Galileo Galilei. Mit Musik hatte er freilich nichts zu tun, doch schon in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erkannte er das Prinzip des Pendels: Er fand heraus, dass die Schwingungsweite (Amplitude) den Rhythmus nicht beeinflusst und das Pendel gleichmäßig, also isochron, schwingt. In den folgenden zwei Jahrhunderten arbeiteten zahlreiche Tüftler an dieser Idee weiter:
Die eigentliche Erfindung gehört jedoch Johann Nepomuk Mälzel, der das Gerät im Jahr 1816 patentierte. Dieser aus Deutschland stammende Musiker wurde weniger durch sein Komponieren berühmt als durch seine ingenieurtechnischen Leistungen. Er war ein Freund Ludwig van Beethovens, baute für ihn ein Hörrohr und entwarf außerdem einen Vorläufer der modernen Synthesizer. Die Metronome stellte Mälzel in Serie her – und gab ihnen jene Form, die wir bis heute kennen. Bezeichnenderweise tragen die klassischen Pendelmetronome bis heute die Aufschrift „M. M.“ („Mälzels Metronom“), gefolgt von der Tempozahl.
Obwohl der erste Metronom selbst nach heutigen Maßstäben sehr gut war, stand die Wissenschaft nicht still – Forscher versuchten, dem Gerät etwas Eigenes hinzuzufügen und es zu verbessern. Das geschah zum Nutzen der Musiker, damit sie Tempi vorgeben, Rhythmen einstellen und Musik spielen konnten, die das Publikum fesselt:
Dennoch waren die Versuche nicht immer die glücklichsten – die Fachleute sind sich einig, dass es nie gelang, Mälzels Metronom zu übertreffen. Der Grund ist banal: Die Geräte wurden von Ingenieuren gebaut, die von Musik und Rhythmusvorgabe wenig Ahnung hatten, während Mälzel zugleich Mechaniker und Musiker war und beide Welten verstand.
Das Aufkommen der modernen Metronome ist eng mit der Elektrizität verbunden. Mitte des 20. Jahrhunderts begann die Produktion der Franz-Geräte, bei denen Mälzels Modell verfeinert wurde. Diese Fertigung lief bis zum Ende des vergangenen Jahrhunderts; der Metronom funktionierte auf jeder Oberfläche und klemmte nicht mehr. Elektronische Metronome wurden noch kompakter, genauer und vielseitiger – viele boten zusätzlich Stimmtöne, verschiedene Taktarten und eine einstellbare Betonung des ersten Schlags.
Heute müssen Musiker gar kein Pendel mehr benutzen – zum Schlagen des Takts genügen Online-Dienste, und der Kauf spezieller Ausrüstung entfällt. Unser Portal lässt Sie den Metronom völlig kostenlos nutzen: Es reicht, das Tempo in Schlägen pro Minute einzustellen und auf „Start“ zu drücken. Eine Übersicht aller Geschwindigkeiten finden Sie in der Tempo-Tabelle, und die wichtigsten Bauformen stellen wir bei den Metronom-Modellen vor.